Mitten ins Ziel: Wie Ihre Visionen nicht länger unerreichbar scheinen

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Tom hat nur ein Ziel: sich schnell genug wegducken, damit seine Frau ihn verfehlt, wenn sie ihm mal wieder einen Teller an den Kopf schleudert.

Tom ist einer meiner Coachees, der im echten Leben anders heißt. Und mit seiner temperamentvollen, italienischen Frau ist er seit mehreren Jahren verheiratet. Früher lief die Beziehung auch sehr gut. Heute fühlt sich das Ziel vom ewigem Glück und trauter Zweisamkeit sehr weit entfernt an.

Wenn die Distanz zum gewünschten Ziel scheinbar immer weiter wächst, gilt es aufzupassen: Denn um Ihr Ziel vom Glück zu erreichen, brauchen Sie es erst mal im Kopf.

Wie weit noch bis zum Glück?

Im Laufe Ihres Lebens haben Sie selbstverständlich mehr als ein Ziel. Keine Frage. Eher tausende Ziele, Visionen und Träume. Und diese beeinflussen ganz wesentlich – ob bewusst oder unbewusst – Ihr alltägliches Verhalten. Denn dieses ist darauf getrimmt, Ihrem jeweils aktuellen Ziel ein Stück näher zu kommen.

Diese Nähe zum Ziel ist es, die Ihnen letztlich das Gefühl vermittelt, auf einem guten Weg zu sein – immer noch ein Stückchen näher dran am Traum. Das erklärt umgekehrt, warum Sie sich bei dem einen oder anderen Ziel als erfolglos empfinden: weil es in immer größere Distanz rückt und damit kontinuierlich schwerer erreichbar erscheint. Sie sind der Zuschauer des Zielfilms, der vorne auf der Kinoleinwand abläuft. Dabei sollten Sie ein Schauspieler in diesem Film sein!

So wie Tom. Ihm sagte ich im Coaching: »Kannst du dir vorstellen, dass deine Frau dir die Haustür öffnet und dich freundlich begrüßt?« Das konnte er, aber das Bild war ganz weit weg. Dass sie hingegen einen Topf nach ihm wirft – dieses Bild sah Toms ganz klar, ganz präsent, sah sich quasi darin. Kein Wunder, dass sein aus diesen Bildern resultierendes Verhalten ihn dabei nicht seinem Ziel näherbrachte!

Falsche Bilder im Kopf

Was gefühlt weit weg ist, davon desoziiert sich der Mensch nämlich. Das heißt, dass Sie sich mit einem Ziel nur assoziieren können, wenn Sie sich in dem Zielbild befinden und es als nah, als nicht abgetrennt von Ihnen wahrnehmen. Oder in anderen Worten: Wenn Sie ein Ziel erreichen möchten, dann holen Sie es näher und projizieren Sie sich selbst höchst präsent mitten hinein.

Bei Tom erörterten wir gemeinsam, wo sein Ziel, die glückliche Beziehung, gerade stand. Denn vorhanden war dieser Wunsch auf jeden Fall. Doch im Gespräch erkannte er: Da standen noch so viele andere Bilder dazwischen! Weil er ebenfalls das Ziel verfolgte, im Job zu brillieren, schob er regelmäßig Überstunden. Weil er sein Ziel nicht aufgeben wollte, sportlich zu sein, verbrachte er die Abende häufig im Fitnessstudio. Und weil er es sich zum Ziel gesetzt hatte, ein großartiger Freund zu sein, hing er jeden Montag bis spät in die Nacht bei seinen Kollegen vom Golfclub rum. Die Distanz zu seinem Ziel einer glücklichen Beziehung war also deshalb so groß geraten, weil sich etliche Zielbilder dazwischen- und davorschoben.

Mit dem richtigen Verhalten ans Ziel

Das Bild von Ihrem wichtigsten Ziel können Sie zurück auf Platz eins in Ihrem Kopf holen, indem Sie es sich zunächst einmal vorstellen. „Tom“, sagte ich zu meinem Coachee, „stell dir vor, du gehst am kommenden Montag nach der Feuerwehrsitzung direkt nach Hause und siehst deine Frau noch, bevor sie schlafen geht.« Und nein, ich bin nicht blauäugig oder naiv. Mir ist schon klar, dass Tom sich ein bisschen mehr einfallen lassen muss, um die Gunst seiner Liebsten wiederzugewinnen. Doch sich sein Ziel in kleinen Bildern und Schritten wieder näher zu holen, hat enorme Auswirkungen auf sein Verhalten.

Wenn Sie Ihr Ziel klar vor Augen haben, sich ihm nah fühlen, entwickelt Ihr Unterbewusstsein fast von selbst das Verhalten dazu, es zu erreichen. Und sie arbeiten mit Freude daran, ihrem klaren Ziel näherzukommen, anstatt ermattet einen trüben Umriss in weiter Entfernung anzupeilen.

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