Nur Mut

»Du kommst ja nie in Stress, oder?«

Ich sitze im Garten meines Schwagers. Die Steaks brutzeln über den Kohlen und wir genehmigen uns das erste Bier.

»Nö, ich wüsste nicht, warum. Was soll ich denn machen? Die Leute sind im Freibad. Bei dem schönen Wetter will doch keiner im Seminar sitzen.«

Er wendet die Steaks und schlägt vor: »Ich würde zumindest morgens Sport machen.«

Da kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Er hat eine riesige Wampe. Und klar, weiß ich, wie Sport geht. Und ich weiß auch, dass Sport gut für den Körper ist und das allgemeine Wohlbefinden steigert.

Von Mut und Leidenschaft

Tja … heute mache ich aber immer noch keinen Sport. Warum?

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Alles ist möglich!

»Jetzt sei doch mal realistisch! Steck dir deine Ziele nicht so hoch. Sonst bist du am Ende nur enttäuscht, wenn es nicht klappt.«

Den Rat haben Sie bestimmt auch schon mal gehört. Oder vielleicht sogar selbst zu jemandem gesagt. Und der Gedanke dahinter, jemanden vor einer Enttäuschung bewahren zu wollen, ist mit Sicherheit gut gemeint. Darum sagen Eltern sowas besonders gerne zu ihren Kindern, wenn die mal wieder mit spinnigen Ideen nach Hause kommen, was sie alles tun werden bzw. wollen. Da wird dann sofort mit der »Realistisch-Keule« ausgeholt.

Realistische Ziele sind nicht realistisch

Leider verankert sich die Denkweise, Ziele müssten niedrig angesetzt werden, um realistisch zu sein, so stark, dass sie bis ins Erwachsenenalter reicht — und sich dort sogar noch verschlimmert.

Seien Sie doch mal ehrlich: Wenn Sie sich Ziele setzen — wovon hängt es ab, wie groß das Ziel ist? Wie schnell Sie es erreichen möchten? Was andere dazu sagen? Ihre wirklichen Wünsche? Oder Ihre Annahmen und Gedanken über sich selbst, was Sie überhaupt schaffen können? Also davon, was Sie für realistisch halten? Dann bedenken Sie: »Realistische« Ziele sind nichts anderes als ein Auswurf Ihrer Gedanken, Gefühle und Annahmen — und die werden von Ihrem Umfeld geprägt. Letztlich haben »realistische« Ziele also nichts mit der Realität zu tun.

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Das Leben ist kein Rummelplatz

Es ist Stadtfest. Sie stehen an der Losbude, der Hauptgewinn prangt über Ihnen. Sie gehen zum Losverkäufer, ziehen voller Spannung fünf Lose aus der Box: und fünfmal steht darauf geschrieben »Leider kein Gewinn«. Nicht einmal ein Trostpreis. Da hätten sie auch gleich schreiben können: »Leider verloren«.

Das ist nun ein recht banales Beispiel, das Sie vermutlich auch nicht so hart trifft. Aber das Leben fährt ständig mit Verlusten auf — mit kleinen wie großen. Sie können ein Spiel verlieren, oder einen Menschen, oder einen Kunden, oder Ihren Job, oder Ihr Geld, Ihr Haus, Ihr Hab und Gut.

Der Verlust geht tief

Solche Verluste tun weh. Das Leben ist eben kein Rummelplatz, bei dem das verlorene Spiel an der nächsten Bude schon wieder vergessen ist. Verluste im wahren Leben gehen tiefer — weit über den vordergründigen Verlust hinaus.

Verlieren Sie beispielsweise einen Geschäftspartner, weil er Sie hintergangen hat, kommt Ihnen damit nicht nur die Person abhanden, sondern möglicherweise auch Ihr Vertrauen in zukünftige Geschäftspartner, Kunden und — im schlimmsten Fall — Menschen im Allgemeinen. Verlieren Sie das Tennismatch, rutschen Sie nicht nur vom ersten Tabellenplatz ab, sondern — je nach Persönlichkeit — knackst das auch einen Teil Ihres Egos und Ihres Selbstvertrauens an. Und lassen Sie sich zum dritten Mal scheiden, fehlt Ihnen nicht nur der Ehepartner, sondern wahrscheinlich machen sich auch Ihre Familienwerte langsam vom Acker.

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Wieso immer die anderen?

Nichts lässt das eigene Auto so alt aussehen wie der neue Wagen des Nachbarn. Und Sie wissen genauso gut wie ich, was dahinter steckt: der pure Neid!

Nur anders, als Sie jetzt vielleicht denken, finde ich das gar nicht negativ. Neid ist nur unschön, wenn er in Missgunst umschlägt. Aber Neid allein ist etwas Gutes – ich würde sogar sagen: Neid ist der Antrieb der Menschen. Denn wenn Sie neidisch sind, bedeutet das, dass Sie noch Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für sich sehen. Ja, Neid ist ein Aha-Effekt – wie ein Wink mit dem ganzen Gartenzaun, der Ihnen bewusst macht, was Sie wirklich wollen. Schließlich sind 95% der Gedanken unterbewusst. Und Neid bringt Ihre verborgenen Wünsche ans Tageslicht.

Was Sie wirklich wollen

Sie sind neidisch auf den Parkplatz direkt vor dem Haupteingang? Vielleicht wollen Sie lieber Chef sein als Angestellter.

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Vorsicht Explosionsgefahr!

»SEID IHR EIGENTLICH ALLE ZU BLÖD? Das könnt ihr so doch nicht machen! Hat niemand hier eine originelle Idee? Müller, bring mir den Bericht! So geht das hier nicht weiter!«

Müller bringt kleinlaut die Mappe ins Büro des Chefs und zieht sich dann unbemerkt wieder zurück. Schubert verschwindet schnell in Richtung Toilette und kommt erst eine halbe Stunde später wieder. Und Kochmann rollt die Augen und denkt bei sich: »Könnte den mal jemand unter eine kalte Dusche stellen?«

Vorsicht vor Cholerikern

Ja, diese Choleriker kennt vermutlich jeder. Erst ist er leise, brütet vor sich hin, dann können Sie die Ader an seinem Hals pochen sehen und der Kopf nimmt die Farbe einer überreifen Tomate an. Und während Sie sich noch fragen, ob es nicht ein Ventil gibt, das Sie ihm einbauen könnten, explodiert er schon.

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Ist das wirklich nötig

Wissen Sie, was notwendig ist, um ein »guter Geschäftsführer« zu sein?
Uniabschluss? Viele Jahre Berufserfahrung? Breites Wissen über betriebliche Belange? Entscheidungsfreude? Kommunikative Skills? Die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren? Rentabilität? Kundengewinnung? Umsatzsteigerung?

Ja, bei dieser Frage kommen Manager gerne ins Schwärmen und Philosophieren. Lassen Sie mich die Frage aber anders beantworten: Das einzige, was es wirklich braucht, um guter Geschäftsführer zu sein, ist die Eintragung im Handelsregister – und die individuelle Definition von »gut«. Das ist auch schon alles.

Leider sehen das die wenigsten so. Sie setzen sich Ziele – wie eben guter Geschäftsführer zu werden –, und machen die Zielerreichung dann mangels eigener Definition von den Ansprüchen anderer abhängig. Und kommen deshalb aus dem Müssen gar nicht mehr heraus. Sie »müssen« sich mehr Wissen aneignen, sie »müssen« abends noch länger im Büro bleiben, sie »müssen« dem Aufsichtsrat Honig ums Maul schmieren.

Die Überlebenslinie

Und warum? Weil ihnen eben diese klare Definition der Überlebenslinie fehlt – also dem Punkt, der absolut notwendig ist, um ein Ziel zu erreichen. ÜBERLEBENSlinie? Weil es auch beim Überleben um die Mindestanforderung von atmen, trinken, essen, gegen Wärme und Kälte bedecken, schlafen und ausscheiden geht. Alles andere ist Zugabe.

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Das Dilemma der Menschheit

Ach ja, die selbsternannten Adrenalin-Junkies – die sich an Gummibändern in die Tiefe stürzen, mit einem Stück Stoff am Rücken aus Flugzeugen springen, abseits der Pisten durch menschenhohen Tiefschnee fahren und ungesichert Berge erklimmen. Die glauben, unter Adrenalin wären sie die großen Helden, kampfbereit, voller Energie und unbesiegbar. Das Leben funktioniert aber anders. „Das Dilemma der Menschheit“ weiterlesen